Schlendern Sie durch den atemberaubend schönen Palais Rohan de Strasbourg

Montag, Juli 22, 2019
Veröffentlicht in : Architektonische Juwelen Burgen & Paläste Museen & Galerien Sehenswürdigkeiten Verpassen Sie nicht
Palais Rohan de Strasbourg, Frankreich
Urlauber, die eine Ferienunterkunft im Elsass gebucht haben, sollten sich unbedingt Zeit nehmen, die prächtige Stadt Strasbourg zu erkunden. Sie ist über 2000 Jahre alt und liegt im Osten Frankreichs, an der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland. Als Grenzstadt ist sie eine Mischung an verschiedenen kulturellen Einflüssen und eine von UNESCO ausgezeichnete und so berühmt reizende Stadt. Die Altstadt ist ein Labyrinth an hübschen kleinen Straßen, die mit Gebäuden gesäumt sind, die die verschiedenen Epochen und Architekturstile, vom Mittelalter bis zur Ära des Jugendstils, repräsentieren. Fachwerkhäuser und Explosionen an farbenfrohen Blumen zieren die Wasserläufe der ganzen Stadt. Alles in allem ist die Stadt einfach bildhübsch und geschichts- und kulturträchtig. Ihnen wird der Mund offen stehen, wenn Sie ein, zwei Tage lang durch die Stadt schlendern und die ganze Schönheit dieser Gegend aufnehmen.

Einer der prächtigsten Höhepunte dieser großartigen Stadt ist der Palais Rohan de Strasbourg. Die ehemalige Residenz der Fürstbischöfe und der Kardinäle des Hauses von Rohan, einer antiken französischen Adelsfamilie, die ursprünglich aus der Bretagne stammte, und ein Bau, der heute eines der wichtigsten (wenn nicht sogar das wichtigste) Wahrzeichen und die schönste Sehenswürdigkeit der Stadt ist. Er steht neben der Kathedrale von Straßburg und ist ein Meisterwerk des französischen Barocks und eine außergewöhnliche Schönheit.
Palais Rohan de Strasbourg, Innenbereich
Der Bau des Palastes wurde 1727 von Kardinal Armand Gaston Maximilien de Rohan in Auftrag gegeben und nach Plänen des Architekten Robert de Cotte entworfen, der zuvor bereits an dem Schloss des Kardinals in Saverne gearbeitet hat. Der Palast wurde auf dem Gelände der ehemaligen Bischofsresidenz in der Stadt gebaut, von der schriftliche Aufzeichnungen bis mindestens ins Jahr 1262 zurückverfolgt werden können. Die Bauarbeiten begannen 1732 und wurden 1742 fertig gestellt, unter der Aufsicht des Stadtbaumeisters Joseph Masso. Wie fantastisch das Team an Künstlern und Kunsthandwerkern war, die geholfen haben dieses Gebäude fertig zu stellen, kann man an dem atemberaubenden Endresultat sehen: Masso wurde von den Architekten Laurent Gourlade und Étienne Le Chevalier unterstützt; Skulpturen, Statuen und Reliefs wurden von Robert Le Lorrain, Johann August Nahl, Gaspard Pollet und Laurent Leprince zur Verfügung gestellt; Gemälde wurden von Pierre Ignace Parrocel und Robert de Séry produziert; und der Stuck wurde von den italienischen Meistern namens Castelli und Morsegno fertig gestellt, um nur einige Namen des gemischten Teams vorzustellen. Das ganze Unterfangen kostete etwa eine Million Livres, wovon über einen Zeitraum von 12 Jahren 200.000 von dem Domkapitel kamen und 144.000 durch lokale Steuern aufgebracht wurden.

Der Palast wurde in Anlehnung an diese großartigen Herrenhäuser von Paris entworfen und war demzufolge die edelste architektonische Kreation des 18. Jahrhunderts in Frankreich. Er wurde vom Zeitpunkt seines Baus bis heute kaum verändert, mal abgesehen davon, dass ein paar Kunstwerke und Möbelstücke abhandengekommen sind, obwohl er die Besitzer wechselte und über die Jahre hinweg verschiedene Zwecke hatte. Nach der französischen Revolution wurde er konfisziert und wurde zum Staatseigentum und als Rathaus genutzt. 1805 wurde er von der lokalen Gemeinde an Napoleon überreicht, der ihn wieder zu einem Wohnhaus umfunktionierte und sich sehr über die Pracht dieses Palastes freute. Napoleon kehrte später allerdings wieder zum Hôtel de Hanau zurück, was der Gemeinde auch gut passte, denn die Verwaltung des Hôtel de Hanau war wesentlich weniger kostenaufwendig, als die Unterhaltung des üppigen Palais Rohan.

Der Palast wurde später von der neu etablierten Kaiser-Wilhelms-Universität - der Version der Universität von Straßburg des Deutschen Kaisers - als Sitz der Fakultäten für Rechtswissenschaften, Philosophie und Wissenschaften genutzt, bevor er, bis zur Eröffnung der National- und Universitätsbibliothek im Jahre 1895, zum Sitz der Universitätsbibliothek wurde. Letztendlich wurde er dann zur Heimat der städtischen Kunstkollektionen. Heute befinden sich in dem Palast drei der wichtigsten Museen der Stadt: das Musée des Beaux-Arts, Musée Archéologique und das Musée des Arts Décoratifs. Das ist eine Menge Kultur und Kunst die man unter einem - besonders schönen - Dach besichtigen kann! Schauen Sie sich alles an, was dieser Palast zu bieten hat, wenn Sie eine Urlaubsunterkunft im Elsass gebucht haben und eines der bedeutendsten kulturellen Prachtstücke in ganz Frankreich kennenlernen möchten.


Palais Rohan
2, Place du Château
67076 Straßburg, Frankreich
+33 (0)3 88 52 50 00
+33 (0)3 88 88 50 68


Musée des Beaux-Arts, Musée Archéologique und Musée des Arts Décoratifs:
Täglich (außer dienstags) von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.
Eintritt: 4€ / 2€ (ermäßigter Preis) & 5€ / 2,50€ für Wechselausstellungen.
Bildnachweis:
Foto 1: Zairon / CC BY-SA 4.0;
Foto 2: Velvet / CC BY-SA 3.0

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